XM – Fahrer & ihre Autos
In der ACZ 6/07 hat Gabi Okner bereits von der Edelstahlauspuffanlage an ihrem XM erzählt. Als Ergänzung zu der letzten 11. Porträtfolge berichtet Gabi nun, wie sie zum XM überhaupt gekommen ist. Eine schöne, emotionale Geschichte mit dem Titel
Une histoire d'amour Verliebt in einen XM |
|
Nach dem GSpécial kam ein GSA Special und ein BX 16 TRI
und ein BX 19 TRI Break und bei jedem XM, dem ich begegnete, vergaß ich
Straße, Verkehr und alles um mich herum und meine Augen hingen wie ein
Magnet am ihm. "Hast Du ihn geseh'n!? Geil!" Unzählige Male musste Günter
diesen Satz mit anhören…
|
| Aber es ging noch weiter: "…Bordcomputer,
Außentemperaturanzeige, Original-Radioanlage mit CD-Wechsler und
Lenkradbedienung, Freisprecheinrichtung, abnehmbare Anhängerkupplung, Leder/Alcantara
Polster, Sitzheizung vorne und hinten, elektrisch verstellbare Vordersitze,
Color-Verglasung, Trennscheibe zwischen Fahrgast- und Laderaum, Kopfstützen
hinten, ein Satz Winterreifen mit Stahlfelgen, ein Fahrzeug mit einer
absolut kompletten, sehr komfortablen und noblen Ausstattung, in einem sehr
gut gepflegten (Nichtraucherfahrzeug) Zustand. Der Höchstbietende bekommt 1 Jahr europaweite Gebrauchtwagen-Garantie dazu. Das Fahrzeug muss abgeholt und in bar bezahlt werden. Sie kaufen dieses Fahrzeug vom Citroën-Vertragshändler. Und bekommen einen ordentlichen Kaufvertrag sowie eine Rechnung. … Dieses Fahrzeug wurde vom Chef des Citroën Autohauses von Anfang an selbst gefahren und dann, als dieser in den wohlverdienten Ruhestand ging, von ihm übernommen, deswegen befinden sich im Fahrzeugbrief zwei Einträge, aber das Fahrzeug ist aus Erstbesitz!" Zitat Ende. Ein XM und ein Angebot in Perfektion! Das Angebot war gerade erst bei Ebay eingestellt worden. Es begann bei einem Euro und dauerte 10 Tage. Na ja, Blödsinn. Belassen wir's beim Traum. Der wird so teuer werden und dann der Unerhalt; Steuern, Versicherung und der Sprit für monatlich rund 2.600 km müssen erst mal aufgebraucht werden. Bei einer 3-Liter Maschine mit 190 PS wird das nicht wenig sein. Doch Günter stellte es so dar: "Du kannst es Dir ruhig gönnen bequem zu fahren. Das ist ein SUPER-Auto! Okay, lass ihn ein wenig mehr kosten als den BX, im Unterhalt meine ich. Aber letztendlich fahren wir nicht in Urlaub und wenn es geht, dann leiste es Dir doch! Wenn er wirklich zu teuer wird, kannst Du ihn ja wieder verkaufen. Ich würde da nicht lange zögern, aber überleg's Dir. Du musst das entscheiden." Natürlich würde ich gerne auf den XM bieten, aber es ist doch so unvorstellbar. Ich und ein XM! Wahrscheinlich wird er so teuer, dass mein Erspartes eh nicht ausreichen würde. Und außerdem stand mir eine Woche Köln bevor. In Köln bekam ich die ganze Woche keinen Bissen herunter, zum Einschlafen half ich mit einem Glas Rotwein nach und immer wieder dachte ich an den Xantia und den XM. Der Xantia wäre sicher die vernünftigere Alternative. Die Vorstellung, den Xantia zu besitzen, wurde aber von einer Art Enttäuschung und dem Argument, dass der XM insgesamt eine Nummer zu groß für mich ist, begleitet. Wehmütig dachte ich wieder an den XM. Und dann verwarf ich den Gedanken wieder. Freitag am frühen Abend war ich zurück. Ausgehungert und überglücklich wieder zu Hause zu sein, kam ich zu Günter ins heimische Büro und er hatte das XM-Angebot offen. "Und?" fragte ich. Günter: "Dauert nicht mehr lange, ein paar Minuten noch." Bin ich bescheuert? Wozu horte ich jahrelang die Kohle? Lebe ich jetzt oder in erst 30 Jahren? Darf ich nicht auch mal einen Fehler machen? Darf nicht einmal mehr großkotzig sein und ein dickes, fettes, teures Auto fahren? No risk, no fun! Ich ließ Tasche und Jacke in die Zimmerecke gleiten, griff meine Kontoauszüge und diktierte Günter, er möge bitte 10.999,00 Euro bieten. Klick! Das war's. Wir aktualisierten die Seite nicht, sondern spekulierten darüber, wie teuer er geworden sein könnte. 1995 kostete der 4-jährige XM in Vollausstattung 25.000,00 DM. Umgerechnet in Euro wären das ca. 12.500,00 €. Und bei diesem besonderen Angebot stellten wir uns vor, dass er durchaus mehr bringen würde. Es war lustig mitzubieten. Wie Lotto spielen eben. Irgendwann drückte Günter F5. Ich hatte den Computer im Rücken und nahm nur dieses besondere Lächeln von Günter wahr. "Meinen Glückwunsch!" sagte er leise. "Ja, ja schon gut." grinste ich zurück und drehte mich zum Bildschirm. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben den Artikel" erworben." Hahhh! Nein! So'n Quatsch, das geht doch gar nicht! Oh mein Gott! Die Tatsache, dass ich niemals einen XM besitzen werde, hatte sich mit einem Mausklick um 180° gedreht. Mein Traum ist wahr geworden. Kaufpreis: 10.350.,00 € |
| Günter hatte sich mit meiner Kennung bei Ebay eingeloggt.
Hatte er eine Vorahnung? Er konnte nicht wissen, wie ich mich entscheide. Er hatte auch im Vorfeld schon mit dem Chef vom Autohaus telefoniert und sich über das Auto genauer unterhalten und wie man die Abholung vornehmen könne, im Falle eines Kaufs. "Wenn Du ihn nicht genommen hättest, hätte ich ihn gekauft!" sagte er noch. Ich hatte einen XM. Und es dauerte lange, bis das wirklich geschluckt hatte! Ein ewig währender Traum war zu Ende. Jetzt aber aufwachen! XM abholen! Am 18.10.2003 düsten wir mit Günter's damaligem CX 25 GTI Turbo 2 nach Süddeutschland zum Autohaus. Zuvor hatte ich eine Anzahlung überwiesen, den Rest des Geldes hatte ich bar mitgenommen. Wie im Angebot beschrieben, bekam ich die Rechnung und Garantieunterlagen und der Erhalt des Geldes wurde Dann gings vom Büro quittiert. Der Mann ist übrigens ACCM! In die Halle… Meine Güte! Da stand er. Strahlend, souverän, imponierend und gelassen. Wie ein Turnierpferd, das gespannt seinen neuen Reiter erwartete. Es kam mir wie im Film in der Zeitlupe vor, als ich völlig baff und noch nicht richtig begreifend, dass er mir gehören sollte, um diese riesige Karosse schlich und den Fahrgastraum erst lange von außen betrachtete, bevor ich dann endlich zögerlich einstieg. Es war so überwältigend, diese vielen LEDs und Tasten. Diese Größe. Ein Lederlenkrad. Rechts neben der Mittelkonsole fand ich die Handyhalterung der Freisprecheinrichtung. Ich zückte mein Nokia und klackte es hinein. Wie bestellt! Das ist ein Traum. Alles hier ist ein Traum - auf vier Rädern und noch 4 Stück. für den Winter im Kofferraum. Außen wie innen stand er einem Neuwagen in nichts nach. Ich saß in meinem XM (Wie das klingt! Mein XM!). Dann mussten wir auch los. Doch bevor wir richtig starteten, bat ich darum, einmal um den Block zu fahren. Einmal testen, fahren, schalten, bremsen. Alles klar. Wir können. Aber nicht so schnell! Wir einigten uns auf 160 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch kamen wir gar nicht so schnell los. Als ich so in meinem XM ;-) thronte, kam plötzlich ein Mann auf mich zu und sprach mich an, ob das mein Auto sei und so. Mir war das erst nicht geheuer, doch Günter gesellte sich dazu und stieg ins Gespräch ein. Der Herr stellte sich vor und erzählte, dass er gerade aus dem Urlaub kommt und seine Familie im Wagen (auch ein XM) säße. Zu Beginn seiner Reise hatte er das XM-Angebot bei Ebay gesehen und verfolgt und kam nun auf dem Rückweg hier vorbei, um zu sehen, ob der Wagen verkauft sei usw. Helmut heißt der gute Mann und wohnt sogar in unserer Gegend! Das sind Zufälle! Seitdem haben wir einen netten Citroën-Bekannten mehr, der uns auch schon einige Male auf unseren Sommertreffen und x-mas-Stammtischen besucht hat.
|
|
Dann ging's aber los. Als wir auf die Autobahn fuhren,
hielten wir gleich wieder an, weil
|
|
Um die Gebrauchtwagengarantie zu erhalten musste ich
die 80.000km-Inspektion in einer
Text und Bilder: ACCM Gabi Okner Einleitung: ACCM Tim Helmes |