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XM - Fahrer und ihre
Autos.
Unter diesem Motto startet
in dieser Ausgabe eine Porträt-Reihe, in der Fahrer eines XM sich selbst und
ihr Auto vorstellen. In den nächsten ACZ wird jeweils ein Porträt
abgedruckt, das zum einen eine Autoliebe beschreibt, aber auch genauso
kuriose Geschichten, Probleme und Erfahrungen rund um den XM erzählt.
Den Anfang mach Georg W.
Eschenbach aus Ratingen in der Nähe von Düsseldorf. Er beginnt auch direkt
mit einer ebensolchen kuriosen Geschichte...
Zitat Eschenbach:
“ISCH LIEBE DIESE OHTOH!
oder: mein Weg zum XM ........

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Tja, wie soll man(n) beginnen, zu beschreiben,
wie man die Liebe seines Lebens gefunden hat?
Eigentlich war alles ganz anders.
Als zufriedener Fahrer eines gerade mal zwei Jahre alten VOLVO 960 Kombi
brachte ich Anfang 1993 einen Bekannten zum Citroen Händler seines
Vertrauens, wohin er seinen ZX Volcane zur Inspektion bringen wollte.
Während er sich mit dem Meister über die auszuführenden Arbeiten unterhielt,
setzte ich mich - mehr aus Langeweile und zum Zeitvertreib - in einen
dort im Showroom stehenden XM. WOW.
Aus einem Panzer mit Schiess-Scharten als Fenster (hohe Gürtellinie des
VOLVO), war ich plötzlich umgestiegen in ein "Raumfahrzeug". Die
Frontscheibe weit
weg vom Fahrer, die Gürtellinie niedrig, das ganze Interieur
lichtdurchflutet.
’Geil’ dachte ich ‚das könnte Dein nächstes Auto werden’.
Hier muss ich erklären, dass ich bislang alle zwei bis drei Jahre ein neues
Auto geleast hatte und bislang war ich immer VOLVO treu geblieben.
’Naja, kannst ja mal ne Probefahrt vereinbaren’ dachte ich.
Gesagt, versucht. Nee, DEN XM aus dem Showroom als 2-Liter wollte ich
partout nicht fahren, war ich doch 6-Zylinderfan und es ‚mussten’ mindestens
200PS sein. Ja, je mehr Pferde, desto schneller kommt man(n) ans Ziel und
desto schneller ist der Tank leer.
(Was juckten uns 1993 die Benzinpreise?).
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Also: bei DEM Händler (in Duisburg) gab es keinen V6, beim
Händler in
Oberhausen (Musketier) war auch kein V6 greifbar, beim Händler in Düsseldorf
auch
nicht. Ich habe wie ein Wilder herumtelefoniert. Nun denn, bei der
Werksniederlassung in Köln oder Dortmund wurde ich fündig.
In Dortmund gab es einen ‚normalen’ V6 und Köln bot mir an,
ausnahmsweise das Privatfahrzeug des Geschäftsführers der Niederlassung,
einen 24V, zu fahren.
Termin gemacht, von Ratingen mit dem VOLVO (übrigens auch ein 24V mit 204
PS)
nach Köln gefahren (und damals ohne Navi mehrfach in Köln VERfahren).
Den 960er VOLVO zum Preisscheck - nur aus Neugier - übergeben,
den nicht ganz ein Jahr alten XM 24V (!!!) vom Chef persönlich übergeben
bekommen (mit all den Hinweisen, bitte keine Kratzer und so weiter und so
weiter und
so weiter, und rasen Sie nicht so und und und). Ich bin dann etwa eine
Stunde durch
Köln gecruist, habe mich dann auf den Autobahnring begeben (Tempo 100 -
würg)
um dann bei Citroen wieder aufzulaufen mit der Frage ‚Und, wann kann ich das
Auto haben?’.
Die Verblüffung dort war gross. ‚’Ah, ja, ähäm, wenn wir den heute
bestellen,
haben sie den zum Ablauf Ihres Leasing’. ‚NEIN’, sagte ich, ‚nicht
irgendeinen XM bestellen, sondern ich möchte DIESEN, den ich hier und jetzt
gefahren habe, übernehmen, wann wird der frei?’
Ich muss dazu wohl nicht viel erklären: ein Auto, gerade mal ein Jahr alt,
keine 10.000 auf der Uhr, gepflegt, als sei er just ausgeliefert worden. Mit
200 PS und einem Fahrwerk von dem jeder, der so ein Auto je gefahren ist,
nicht mehr loskommt. Also DEN und keinen anderen. Und zwar JETZT.
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Nun, was soll ich sagen:
ich habe die Citroens eine Woche lang tagtäglich
genervt, bis ich den VOLVO frühzeitig aus dem Leasing abgeben konnte und den
Chef - XM übernehmen ‚durfte’. Das war mit Tachostand 11.250 in Köln. Über
den Preis
verliere ich lieber kein Wort, es könnte sein, dass meine Frau diesen
Artikel liest und dann dreht sie mir nach all den Jahren noch den Hals um
:-)
Meine Verhandlungsposition
war sowieso hin, als die merkten wie wild ich auf das Auto war.
Wie ging es weiter? Ich bin freitags nachmittags von Köln nach Hause
gefahren (keine 70 Kilometer) und am nächsten Morgen (es war ein Samstag)
bin ich mit dem neuen wundervollen XM aufgebrochen, um im nächsten Dorf
(Ratingen besteht aus vielen Stadtteilen, einzelne Dörfer) Brötchen zu
kaufen. Auf dem Rückweg musste ich an einer roten Ampel halten (welch
Zumutung!) und plötzlich hörte ich einen LANZ Bulldog neben mir. Sah aber
keinen. Weder neben noch hinter mir. Sah eigentlich überhaupt kein Fahrzeug
weit und breit. Hörte aber dieses Ballern.
Als die Ampel auf grün sprang, ließ sich der XM fast nicht beschleunigen
und das Bollern wurde mit zunehmender Drehzahl heftiger. Nur keine Leistung.
NULL.
Ich habe mich dann mit dem laut ballernden XM nach Hause geschleppt, habe
gleich in der Niederlassung in Köln angerufen, die haben Samstag morgen
sofort einen Abschleppdienst bestellt und haben mir leihweise einen
dunkelgrün-metallicfarbenen ZX Turbodiesel überlassen. Vorführfahrzeug mit
3.000km auf dem Tacho.
Montag Mittag ging das Telefon: ‚Tja, wir haben zwei Nachrichten für Sie.
Eine schlechte und eine gute. Welche möchten Sie zuerst?’ ‚Naja, raus mit
der Schlechten und dann her mit der Guten’ sagte ich.
’Nun, sie haben einen Totalschaden am Motor. Die Nockenwelle ist gebrochen,
hat ein paar Ventile verklemmt, dagegen sind dann die Kolben geknallt und im
Motor sieht es aus wie nach einem Bombenanschlag.
Und das Gute: Sie haben
a) Garantie auf dem Wagen
und
b) will Paris den Motor
haben
Sie bekommen also keine
Reparatur oder einen Austausch/Rupfmotor, Sie bekommen einen kompletten
nigelnagelneuen Motor.
Den ZX können Sie solange fahren, wie es dauert, stellen Sie sich schon mal
auf ein bis zwei Wochen ein.’
Das war das Wort zum Montag. Wie ich diese Fehlentscheidung, so einen blöden
Franzosen gegen den VOLVO zu tauschen bereut habe! Wie mich diese Mistkarre
angekotzt hat!
Okay, nach 14 Tagen hatte ich mein Auto zurück, meine Frau hatte sich
derweil in den ZX verliebt und das Procedere ‚Wann kann ich DIESES AUTO
haben’ kannte man in Köln schon. Den ZX haben wir gar nicht mehr
zurückgegeben. Ist inzwischen nicht mehr bei uns.
So, also diese ‚XM – Mistkarre’ musste weg.
Neuer Motor. PAH. DEN kriege ich schon klein - das war die Überlegung, um
das Auto nach zweitem Motorschaden endgültig retournieren zu können.

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Einfahren. Jawohl. Von
wegen!
Ab auf die A31 bis Bad Bentheim. Und wieder zurück bis Ratingen. Und wieder
volles Rohr bis Bad Bentheim und zurück. Das habe ich an einem Wochenende
solange heruntergespult, bis ich Montag morgen (XM hatte ich Freitag
Nachmittag
zurückbekommen) mit 1.500 km mehr auf dem Tacho in Köln stand zur ersten
Inspektion (die haben das nicht geglaubt).
Seitdem wird der XM regelmäßig warm gefahren (Öl auf 80 Grad , Wasser auf
90 Grad) und dann gibt es Pfeffer. Der Motor dreht auf der Geraden bis 6600
im roten
Bereich, der Tacho zeigt irgendwelche nebulösen Werte jenseits der Skala an,
mein inzwischen nachgerüstetes GPS behauptet irgendwas von 252 km/h. (das
KANN
eigentlich gar nicht sein)
Ich habe mich NIE WIEDER von diesem wundervollen Auto getrennt, habe zwar
hin und wieder über den Tellerrand gelugt, aber ich finde nichts
Vergleichbares. Kein Audi,
kein BMW, keine E-Klasse kann dem XM das Wasser reichen. S-Klasse eventuell
aber dafür bin ich zu geizig oder arm.
Und inzwischen reift der XM zum Klassiker und meine Wunsch - S-Klasse (450
SEL
6.9) kann ich mir nun mal nicht erlauben.
Der XM hat inzwischen 160.000 km auf der Uhr, es wurden bisher nur
Verschleißteile wie Auspuff (komplett inkl. Krümmer - dabei wird man arm),
Antriebswellenmanschetten, Federkugeln (jetzt sind Komfort-Kugeln drin),
Bremsbeläge und Scheiben etc, getauscht. Letztes Jahr in Vorsorge
die Federkugel-Domhalter, die alten sahen nach Ausbau schon angerissen aus,
Austausch war also rechtzeitig. Dickes DANKE an Christian Osthues.
Batterie (egal welchen Fabrikates) ist immer nach etwa 7 - 8 Monaten
fällig (gibt’s immer ein Mal auf Garantie). Klimaanlage musste bisher einmal
im Jahr gefüllt werden,
letztes Jahr habe ich den Kompressor zerlegt und habe neue Dichtungen
eingebaut und Ruhe ist.

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Inzwischen LIEBE ich
dieses Auto und ich hoffe, dass es mir noch lange
erhalten bleibt.
Manchmal fange ich an, mit ihm (oder ihr?) zu reden - man(n) wird im ‚Alter’
schon ganz schön seltsam :-)
Billiger und bequemer als mit meiner Rennsänfte (so nennt meine Frau den XM)
kann ich nicht Autofahren. Ich überlege zur Zeit, ob ich mir nicht noch
einen Reserve - XM daneben stellen soll, für alle Fälle, man(n) kann ja
nicht genug Autos haben.......
Das einzig Traurige: es gibt immer noch keinen EGS - Kit für den 24V
(mangels
Nachfrage) und ich zahle pro Jahr 450 Teuronen an KfZ-Steuer. Und muss mir
von meiner Frau immer wieder vorrechnen lassen, dass unser Sommerspielzeug
(ein 500er
Bonzen-Benz-Cabrio aus 1986) gerade mal 330 EUR im Jahr kostet, bei
ähnlichem Verbrauch von rund 12 Litern / 100km.
NA UND ????“
Georg W. Eschenbach
Wer ist Georg Eschenbach?
Geboren 19.10.1955,
Maschinenbauer und BWL´ler,
Inhaber einer kleinen
Werbeagentur seit 1979,
Old- und Youngtimerfan
seit locker 25 Jahren,
Händler von Zubehör für
Old- und Youngtimer seit 2002.
Hobbies: natürlich alte
Autos, alte Uhren, alte Kameras
Text Georg Eschenbach,
Frühjahr 2006
Weitere Bilder sind in der
XM-IG Fotogalerie zu finden |